Freitag, 28. März 2014

Nr. 13






Nr. 13
Genre: Thriller
Autor: Laura Wulff
Buch:  364 Seiten
Erscheinungstermin: 10. Februar 2014

Über die Autorin:
Laura Wulff ist das Pseudonym der bekannten deutschen Autorin Sandra Henke, die in der Nähe von Köln lebt und arbeitet. Obwohl sie das Gelübde "Bis dass der Tod euch scheidet" ernst nimmt, hofft sie, dass ihr Name trotzdem nie in einer Ermittlungsakte der Kriminalpolizei auftauchen wird. Sie trinkt gerne ein Glas blutroten Wein, findet, dass Neid die Seele vergiftet, und könnte nicht für Schuhe morden, sondern für ein gutes Buch. (Quelle:Amazon)

Zum Inhalt:
"Er trug die Kutte eines Mönchs …", so beschreibt die verwirrte alte Frau den Mörder, den sie in der gegenüberliegenden Wohneinrichtung für rehabilitierte Sexualstraftäter beobachtet haben will. Einzig mit dieser Aussage kann der Kölner Kriminalkommissar Daniel Zucker – nach einem Unfall, der ihn an den Rollstuhl fesselte, wieder frisch im Dienst – jedoch nicht anfangen zu Ermitteln, ohne einen Eklat zu verursachen. Als Zeichnerin zu dem Fall hinzugezogen, stößt seine Frau Marie auf Hinweise, die ihren Chef in Verbindung mit den Straftätern bringen. Währenddessen beschließt Maries Cousin Ben, um Daniel zu helfen und seine eigenen Dämonen zu besiegen, das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen. Wird es ihm gelingen, etwas über den Mord zu erfahren, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu bringen?

Meine Meinung:
Es beginnt spannend, aber es geht so unter die Haut, dass ich überlege, nicht weiter zu lesen. Es wird detailliert die Vergewaltigung eines kleinen Jungen aus seiner Sicht geschildert. Etwas, was ich nicht wissen will, worüber ich nicht nachdenke und was ich schon gar nicht lesen will. Aber so etwas passiert, es findet leider immer wieder statt. Und außerdem habe ich mich bereit erklärt, dieses Buch Rezension zu lesen. Ich lese also weiter. Und trotz all des Grauens, dass sich da vor mir auf tut und des Mitleids, dass ich für diesen kleinen Jungen empfinde, will ich wissen, wie es weiter geht, ob er gerettet wird und bin plötzlich drinnen, in diesem Buch.
Nr. 13, das ist ein Haus mit der Hausnummer 13 in einer Straße in Köln, in der Pädophile wohnen, die in der Vergangenheit verurteilt wurden, aber ihre Strafe abgesessen haben. Sie alle haben ihre Geschichte, ihre Taten, die unterschiedlicher nicht sein können. Der sanfte Pädophilie, der verführt, der Brutale, der sich nimmt, was er möchte. Sie sind gefangen in ihrer Krankheit und richten damit Schreckliches an. Sympathie kommt da bei mir nicht auf. Für die Opfer schon.
Aber es geht in diesem Buch auch um Angst, Angst der Nachbarn von Haus Nr. 13, die keine Pädophilen in der Nachbarschaft möchten. Die beschränkten Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren, die Ohnmacht, die Wut.
Als in jüdischem Bad eine Leiche gefunden wird und eine Nachbarin im Haus Nr. 13 einen Mord beobachtet haben will, bringt das Kommissar Daniel Zucker auf den Plan. Dies ist sein zweiter Fall und ich werde seinen ersten Fall sicher lesen. Aber ihn zu lesen ist nicht Voraussetzung, um Nr. zu verstehen. Daniel Zucker, nach einem Sportunfall an den Rollstuhl gefesselt, ermittelt menschlich und grandios. Sein Stand bei der Polizei ist schwer. Eigentlich will man Daniel nicht, kann ihn aber auch nicht los werden. Deshalb wurde er als Berater eingestellt und wird so wenig wie möglich angefordert. Aber Daniel Zucker gibt nicht auf und drängt sich immer wieder in die Ermittlungen, mischt sich ein.
Sehr gut lässt die Autorin die Behinderung und deren Einschränkungen Daniel Zucker nun ausgesetzt ist, in die Handlung einfließen. Beziehungen, sei es zu alten und neuen Kollegen, zu Marie, Daniels Frau, alles ist ein Teil dieser Geschichte, irgendwie verflochten miteinander, wie auch Benjamin, Maries Cousin, der bei den Zuckers wohnt, bei den Ermittlungen helfen will und sich mit einem Bewohner von Haus Nr. 13 anfreundet.
All die verschiedenen Geschichten der Protagonisten spielen letztendlich zusammen und führen zu dem Jungen am Anfang des Buches und klären die Frage auf, die mich seit der ersten Seite des Buches beschäftigt hat: Was ist mit dem Jungen, wird er gerettet?
Nr. 13 ist ein sehr schockierendes Buch. Es handelt um ein Thema, von dem wir lieber nicht wissen möchten. So etwas verdrängt man gerne, wie man eben schreckliche Dinge verdrängt. Das Buch ist sehr fesselnd, ich konnte es kaum zur Seite legen. Laura Wulff schreibt sehr anschaulich und flüssig. Langweilig wird das Buch nie. Aufrüttelnd und schockierend bleibt es immer.
Der Autorin ist hier ein Thriller gelungen, der ohne Hetzparolen auskommt, der das Thema Pädophilie schonungslos angeht und beide Seiten betrachtet.
Ich gebe diesem Buch 5 von 5 Sternen. 

Mein Dank geht an BlogDeinBuch und dotbooks, dass ich dieses ebook Rezension lesen durfte.

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