Dienstag, 18. März 2014

Gelesen: Das Jahr der Lügen




Das Jahr der Lügen
Autorin: Marjin Backer
Gebunde Ausgabe – 240 Seiten
Verlag Urachhaus



Seit einem Jahr läuft die 14-jährige Antonia, Toni genannt, einiges schief. Der Vater hat die Familie verlassen und nun sind Toni, die älteren Geschwister Iris und Max mit ihrer Mutter alleine. Der Bruder der Mutter, Onkel Walter, geht bei der Familie ein und aus, kontrolliert gerne alles und spielt sich als Ersatzvater auf. So froh die Mutter über männliche Unterstützung ist, so sehr verabscheuen die Kinder Onkel Walter, vor allem Max kann ihn gar nicht ausstehen.
Nach einem Jahr Funkstille, meldet sich plötzlich der Vater und lädt die Kinder nach Kreta ein, wo er jetzt lebt. Iris und Antonia machen sich auf den Weg, Max verweigert jeglichen Kontakt zu seinem Vater. Auf Kreta müssen die Mädchen feststellen, dass der Vater in einem Zelt am Strand lebt. Iris gefällt das überhaupt nicht, hingegen Toni findet es toll. Die beiden ziehen für die Ferien in eine Pension und verleben eine schöne Zeit. Iris trifft sich mit Jungs, Toni verliert sich in Träumereien. Wieder zu Hause kapselt sich Toni ab, schwänzt immer öfter die Schule, bleibt trübsinnig im Bett liegen. Antonia mag sich der Realität und Wahrheit Ihres Lebens nicht mehr stellen und verstrickt sich in Lügen. Eine Lüge führt zur nächsten. Und als Max sie für seine Zwecke einspannt und eine Geschichte um Onkel Walter erfindet, dementiert Toni nicht. Sie schämt sich für diese Lüge, würde gerne alles klar stellen, vermag es aber nicht. In ihrer Verzweiflung läuft sie von zu Hause weg, direkt zu ihrem Vater.



Das Buch hat mich anfangs überzeugt. Ich konnte mich in Antonia hinein versetzen, konnte verstehen, dass sie einfach nicht fassen konnte, als die Familie auseinander fiel, nicht wusste, ob sie den Vater noch lieben sollte oder hassen. Die Hilflosigkeit und Verzweiflung kommt gut rüber, ist greifbar. Auch die Streitereien mit den Geschwistern, insbesondere mit Iris um das Thema Jungs, das „keine Lust auf Schule“; ist für mich nachvollziehbar. Dann die Zerissenheit, als der Vater einen Brief schreibt, die Kinder zu sich einlädt. Das stelle ich mir wirklich schlimm vor. Als sich Toni dann nach dem Urlaub auf Kreta bei ihrem Vater total in eine Fantasiewelt flüchtet und ihr imaginärer Freund Karl ins Spiel kommt, wurde es für mich schwierig zu folgen. Das Hin und Her zwischen Realität und Traumwelt erscheint so weltfremd und ich kann es mir bei einem Teenager auch gar nicht vorstellen. Das Buch war auf einmal so anders. Erst eine Teenagergeschichte, nun so weltfremd. Zunächst dachte ich, Antonia leidet an Depressionen, ist krank. Dann fing die Lügerei an und steigerte sich immer fort, bis es in die eine große Lüge mündet. Da wurde es mir wirklich etwas zu viel.
Die Story hat super Potenzial und ist bis zur Mitte des Buches auch sehr gut geschrieben, driftet dann aber leider ab der Hälfte total ab. Teilweise fernab der Realität und für mich nicht begreifbar. Schade. Die Autorin hat einen flüssigen Schreibstil, der sich schon gut lesen lässt. Somit war es jetzt kein Problem, das Buch bis zum Ende zu lesen. Zum Schluß war mir alles etwas zu zuckersüß, alles fand sich, war wieder gut. So, wie es im realen Leben nun mal nicht ist.
Mir hat das uch nicht so gut gefallen und ich würde es auch nicht weiter empfehlen.


Mein Dank geht an BlogDeinBuch, dass ich wieder Rezension lesen durfte. 
Außerdem ein herzliches Dankeschön an den Urachhaus Verlag, dass mir dieses Buch zu Verfügung gestellt wurde.

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