Sonntag, 11. August 2013

In den Augen der anderen


Autor: Jodi Picoult
Buchformat: Taschenbuch - 688 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe



Zum Inhalt:
Jacob Hunt hasst die Farbe Orange. Und er hasst es, wenn sein gewohnter Tagesablauf gestört wird. Routinen sind für ihn lebenswichtig, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer autistischen Störung. Deshalb kocht Emma, seine Mutter, montags nur grüne Speisen und dienstags rote. Und längst hat sie Jacobs Besessenheit für Kriminaltechnik akzeptiert. Doch dann wird seine Erzieherin Jess erschlagen aufgefunden, und Jacob wird des Mordes an der jungen Frau verdächtigt.
Die mühsam erkämpfte ‚Normalität’ in Emmas kleiner Familie bricht zusammen. Jacob muss sich sich vor Gericht verantworten. Alle Beweise sprechen gegen ihn. Doch Emma nimmt den Kampf auf. Denn es geht darum, ihren Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren – und um die Rechte von Menschen, die anders sind. (Bastei Lübbe)

Meine Meinung:
Dies war meines erstes Buch von Jodi Picoult. Als ich auf der Rückseite des Buches den obrigen Text zum Inhalt las, war ich sofort interessiert und habe das Buch gekauft. Am selbem Tag begann ich mit dem Lesen.

Die Kapitel sind nach Personen unterteilt, was ich sehr angenehm finde. Jede Person erzählt aus seiner Sicht. Störend war , das je nach Person auch die Schriftart wechselt. Bei einigen Schriftarten, die sehr dünn gedruckt ware, hatte ich schnell Schweirigkeiten und bekam müde Augen und mußte das Buch bei Seite legen, obwohl ich gerne weiter gelesen hätte.
Anfangs lernt man Jacob, seinen Bruder Theo und  Emma, die Mutter der beiden kennen. Man bekommt einen guten Einblick in das Leben der drei und wie sich alles um die Krankheit von Jacob dreht. Jacob ist 18 Jahre als und leidet am Asberger Syndrom, eine Form des Autismus. Sein Tagesablauf ist genau festgelegt, so gibt es an bestimmten Wochentagen  nur rote, braune oder weiße Lebensmittel und Kleidung. Pünktlich um 16.30 schaut Jacob seine Lieblingsserie Crime-Busters, durch die er sich ein großes Fachwissen an Kriminaltechnik angeeignet hat. Alles findet in festgelegten Ritualien statt und kommt es zu Abweichungen, rastet Jakob total aus. Unter seiner Krankheit leiden sein 15-jähriger Bruder Theo, der in der Schule wegen seines Bruders gehänselt wird und Emma, die als alleinerziehende Mutter als Kummerkastentante bei einer Zeitung den Lebensunterhalt für die kleine Familie verdient. Jakob bekommt Unterricht von Tess, einer Studentin, die mit ihm den sozialen Umgang übt. Jakob mag Tess sehr. Als Tess tot aufgefunden wird, gerät Jakob unter Verdacht, denn er war anscheinend der letzte, der Tess lebend gesehen hat. Für Inspector Rich ist der Fall klar.... Emma engagiert den jungen Anwalt Oliver Bond, der von Strafrecht keine Ahnung hat. Er soll Jakobs Unschuld beweisen.
Wird zunächst nur aus der Sicht von Jakob, Emma und Theo erzählt, kommen nun auch Rich und später Oliver, der Anwalt hinzu. Die fünf Protagonisten schreiben abwechselnd in der Ich-Form aus ihrer Sicht.
Jakob kommt ins Gefängnis, darf dann aber aufgrund seiner besonderen Umstände bis zur Verhandlung wieder nach Hause. Aber er erhält Hausarrest und muß immer unter Aufsicht sein.
Die Gerichtsverhalndlung gestaltet sich als sehr schwierig. Jakob ist nicht in der Lage, daran teilzunehmen, ohne daß auf seine Krankheit Rücksicht genommen wird. Anklage und Richter zeigen wenig Verständnis dafür. Und so gerät Jakob immer wieder in für ihn unerträgliche Situationen. Ich empfand dies beim beim Lesen als sehr schlimm. Jakob ist gefangen in seinen Empfindungen und kann nicht für seine Bedürfnisse eintreten, die ihm zum Teil verwehrt werden. Jakob kann sich auch nicht wie wir an neue Situationen anpassen oder gewöhnen. Es muß schlimm für Jakob sein. Er verteidigt sich auch nicht und er sagt kein einziges Mal, was denn nun passiert ist. Hat er Tess ermordet? So manches Mal hätte ich ihn rütteln mögen: Sag doch was - verteidige Dich!
Das Buch hat mich sehr gefesselt. Ich habe es innerhalb 2 Tagen gelesen. Das Thema Asperger wird sehr ausführlich und einfühlsam behandelt, die Beeinträchtigungen für die Familie ebenfalls, die es mit Jakob und den Lebensumständen nicht leicht hat. Was Jakobs Ausführungen angeht, habe ich mich beim Lesen oft gefragt: Wie kann die Autorin wissen, was er denkt? Dieser Satz aus Jodi Picoult´s Danksagung gibt Aufschluß: "Was Jess Watsky betrifft, so reicht ein schlichtes 'Dankeschön' nicht aus. [...] Als Teenager mit dem Asperger-Syndrom hat sie mir nicht nur gestattet, ihr Leben und ihren Geist zu durchsuchen und Teile davon für meinen Roman zu verwenden[...]. Sie ist das Herz des Romans."
Bis zum Ende ist nicht klar, ob Jakob Tess ermordet hat. Es baut sich eine fast unerträgliche Spannung auf.
Wer bereit ist, sich mit den Asperger-Syndrom auseinander zu setzen und sich durch einige Längen im Buch nicht einschüchtern läßt, ist hier richtig. Ein sehr gutes Buch, daß ich sicher auch ein weiteres Mal lesen werden. Aber erstmal werde ich ein weiteres Buch von Jodi Picoult kaufen.




Kommentare:

  1. Liebe Mara,
    das was Du schreibst klingt sehr nach Jodie.
    Aber ich wundere mich, dass es Dein erstes Buch von ihr war. Da muss ich Dir doch sehr ihr Buch "Beim Leben meiner Schwester" ans Herz legen. Wenn Du es liest kann ich Dir nur empfehlen Taschentücher parat zu haben.

    Lieber Gruß
    Franzi

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    Antworten
    1. Liebe Franzi,

      ich lese gerne Krimis und politische Romane und schaue auch in den Buchhandlungen nur in den entsprechenden Regalen. Dieses Buch lag bei den Neuerscheinungen und ist also zu mir gekommen (-;. Ich bin sehr froh darüber und freue mich über weitere Bücher von Jodi. Beim Leben meiner Schwester habe ich als Verfilmung gesehen. Sicher ist das Buch um Längen ausführlicher, spannender und vielleicht auch besser, aber ich werde erstmal ein anderes von Jodi ausprobieren. Ich danke Dir trotzdem für Deinen Tip.

      Mara

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