Donnerstag, 19. Juli 2012

Nordhörn - Ein Nordsee-Krimi

Wieder einmal hat mir der Sutton Verlag ein Rezensionsexemplar zugeschickt. Wieder ein Krimi! Welch Freude!!! Ich als ausgemachter Krimi-Fan, freue mich ja über jedes spannende Buch, mit möglichst verworrenen Kriminalfällen. Und ich wurde nicht enttäuscht.




Aber zunächst zum Inhalt:
 Nordhörn ist eine Inselgemeinde in der Nordsee. Der Aushilfsarchivar Steffen Stephan wird 1959 auf die Insel entsandt, um das dortige Archiv auf Vordermann zu bringen. Dort wird er nicht grad mit offenen Armen emfangen, denn die Einheimischen der Insel Nordhörn, auf der das Wirtschaftswunder bisher nicht angekommen ist, zeigen sich alles andere als begeistert über seine Ankunft. Seine Aufräumarbeiten im Archiv werden als Schnüffeleien gesehen und es keimt der Verdacht auf, dass hier eigentlich jeder etwas zu verbergen hat. Stephan erfährt, dass sein Vorgänger unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen ist und nun wird ihm etwas mulmig zu mute. Doch er macht weiter, will seine Arbeit unbedingt fortsetzen und beenden. Dann wird die Verbindung zum Festland durch Eisgang unterbrochen und Stephan schlägt die Feindseligkeit nun als Hass und Gewalt entgegen. Wie nun auf dieser Insel überleben? Denn auf Festland kann Stephan erst wieder, wenn das Eis geschmolzen ist.

Der Autor Jürgen Rath gibt hier sein Debüt, es ist sein erster Kriminalroman. Als Schifffahrtshistoriker und Sachbuchautor ist bereits bekannt. Dem gelernten Seemann "liest" man seine Sachkenntnis an. Und gut Erzählen kann er alle Mal.

Nordhörn hat mich auf ganzer Linie überzeugt und ab dem ersten Satz gefesselt. Sofort war ich dabei, auf der Überfahrt von Steffen Stephan nach Nordhörn, spürte auch den starken Wind, als er seinen Mantelkragen hochschlug. Sofort umgibt die Geschichte eine gewisse Spannung und man wittert geradezu Geheimisse. Die einzelnen Charaktere werden ausgiebig beleuchtet, ihre Stellung auf der Insel und ihre Beziehungen untereinander dargestellt. Jedenfalls sie, wie die Bewohner sie Stephan gegenüber beschreiben. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Stephan ahnt zunächst nichts von all dem, ist nur verärgert, dass er nun 3 Monate auf dieser Insel verbringen und das Archiv in Ordnung bringen muß. Stephan spürt die Feindseligkeit und Angst der Inselbewohner, die ihm entgegen schlägt, kann sie aber nicht deuten. Auch dem plötzlichen Tod seines Vorgängers misst er zunächst keine Bedeutung zu. Doch dann findet er selber im Archiv Ungereimtheiten, forscht nach, fragt nach und begibt sich damit in Gefahr, auf einer vom Eisgang abgeschlossenen Nordseeinsel. Wohin flüchten?
Eine Karte der Insel am Anfang des Buches lässt den Leser verfolgen, welche Wege, Fluchtmöglichkeiten Stephan hat und benutzt. Gerne würde man Stephan raten, besser nicht zum Leuchtturm zu radeln, dem Kapitän der RUNGHOLT nicht zu trauen.
Die Auflösung dieser Kriminalgeschichte, die ihren Anfang schon 1938 auf See genommen hat, klärt sich zum Ende des Buches schlüssig, ohne Blutvergießen und fesselnd.
Gerne hätte ich weiter gelesen. Von anderen Kriminalgeschichten auf See, von Schicksalen, von Nordseeinseln, von Nordhörn, den als das Eis taut und Stephan die Insel verlässt, ist leider auch das Buch zu Ende.
Ganz großes Kino! Ich warte sehnsüchtig auf einen weiteren Krimi von Jürgen Rath. Gerne wieder aus der Seefahrt, gerne wieder auf einer Insel.

Mein Dank gilt Blog Dein Buch und dem Suton Verlag, die mir dieses Buch zur Verfügung gestellt haben. Es kann hier bestellt werden.






Kommentare:

  1. Oh, ich liebe Krimis!
    Und dann noch Inselkrimis sowiewo!
    Danke für den Tipp.

    Dir einen frohen Tag
    wünscht wieder einmal Gisa. :)

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  2. Huhu liebe Gela,
    Du Krimitante danke für diese ausführliche Buchkritik...hört sich richtig gut an!
    Ich habe gerade eben einen "Eifel-Krimi" begonnen und habe dank meinem Schwiegervater noch einige weitere Bücher zum schmöckern hier :))
    Aber der Titel wie der Autor ist notiert, denn wenn das Wetter wieder schlechter wird und der Regen an die Scheiben prasselt(grins ganz dolle!)dann ist wieder Bücherlesezeit nicht wahr!
    ganz liebe Grüße
    Marlies

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